Jugendförderung

1. April 2005: Pro Juventute Ferienpassaktion - Baukurs

Nein, es war kein April Scherz. Am letzten Freitag, dem 01. April haben Robert, Kristijan, Stefan und ich, uns im Schulhaus Feld in Marbach getroffen, um im Rahmen des Pro Juventute Ferienpasses mit 12 begeisterten Mädchen und Jungen einen Wurfgleiter zu bauen.

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Ziel des Tages war es, einen selber zusammengebauten, bemalten, lackierten und flugfähigen Wurfgleiter zu haben. Nachdem morgens um 8 Uhr, alle, bis auf einen Jungen anwesend waren, fuhren wir gemeinsam mit den Kindern in die recht komfortable Holzwerkstatt ins Schulhaus Egger. Nachdem wir die Werkstatt bezogen hatten, bekam jeder TeilnehmerIn die Einzelteile des Modells ausgehändigt.

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Als Modell wählten wir (wie auch bei unserem ersten Baukurs vor 2 Jahren) den Wurfgleiter "Super Gleiter 890" von der Firma Georg Aigner K.G./A-Grünburg aus. Der Bausatz enthielt alle zum Bau benötigten Holz- und Kleinteile. Die Tragflächen sind aus profiliertem Vollbalsa und das Höhen- und Seitenleitwerk aus 1-2mm dicken Balsabrettchen. Zusätzlich hatte der Lieferant die Rümpfe schon in Form geschnitten und die Tragflächen freundlicherweise soweit vorbereitet, dass die Ohren nur noch angeklebt und nicht mehr für die V-Form entsprechend zugeschliffen werden mussten. Und wie kann es anders sein, genau als Robert fertig war mit dem ganzen Erklärungen wie denn nun das Ganze von Statten gehen sollte, kam auch der letzte Junge, wir wollen jetzt keine Namen nennen (gell Dario ;-)), auch noch in unsere heitere Runde. (Man dürfte meinen, in diesem Alter würden die Kinder noch bei Zeiten ins Bett gehen...)

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Da nun die ganze Basteltruppe komplett war, ging es nun zügig ans Bauen. Da musste gleich mal der Rumpf verschliffen werden - die einen ganz zaghaft, die andern voller Tatendrang. Bei einigen musste man(n) gleich mal hinzueilen um zu verhindern, dass sich der Rumpf nicht gleich um die Hälfte verkleinert. Da wurde mit vollem Elan geschliffen, ausgerichtet, geleimt, fest gehalten und geschwatzt, was das Zeug hielt. Aber es muss wirklich auch erwähnt werden, dass die Kinder den ganzen Morgen mit grossem Interesse bei der Sache waren. Ziemlich genau gegen Mittag, hatten die Mädchen und Jungen einen fertigen, aber noch nicht bemalten Super Gleiter 890 in der Hand. Nachdem alle ihren Segler in meinem Kombi verstaut hatten, fuhren wir gemeinsam auf den Modellflugplatz des MFV-Marbach. Dort sollte der Segler noch bemalt und mit Porenfüller lackiert werden. Es machte richtig Freude, den 5. und 6. Klässlern bei der Arbeit zuzusehen. Und ich muss nicht ganz neidlos zugeben, da waren wirklich kreative Kinder am Werk. Denn was die Schüler da zum Teil auf die Tragflächen gezaubert haben, war wirklich sehenswert.

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In der Zwischenzeit haben Robert, Christian, Stefan und ich uns um das Mittagessen und um das Programm für den Nachmittag gekümmert. Da wurde der PC von Robert kurz mal in die Vereinshütte verfrachtet, weil wir die Kinder auch mal am Simulator fliegen lassen wollten. An dieser Stelle besten Dank an Dani unseren Präsidenten der Vereins, der uns am Vorabend freundlicherweise einen Stromgenerator der Ortsfeuerwehr organisierte. Denn der PC von unserem "Webröbi" war für unseren Vereinsgenerator dann doch ein bisschen zu viel.

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Auch hatten die "Ferienpässler" die Möglichkeit im Lehrer-Schüler-Betrieb mal selber ein Flugzeug zu fliegen. Nachdem die Tische und Bänke in die Sonne gestellt waren, konnten ich die heissen Würste an die Kinder verteilt werden. Komischerweise war es dann auf einmal ruhig geworden. Ja ja, schleifen mach hungrig. Denn die Würste waren "raz faz" weggegessen. Auch der Nudelsalat, Karin sei Dank, hat bei den Kindern riesigen Anklang gefunden. Als dann auf die Frage: "Wer denn noch Hunger habe" mehr als die Hälfte lauthals "ich, ich, ich" schrien, hatte ich nur zwei Erklärungen dafür. Entweder sind alle Kidd’s zu spät aufgestanden und haben das Frühstück einfach sausen lassen, oder, wir haben die zukünftigen Modellflugpiloten zu hart ran genommen. Auf jeden Fall stand ich dann wieder am Grill und habe die Zack-Zack’s, die Robert unbemerkt von den Kindern noch mal alle halbiert hat, weil es sonst nicht für alle gereicht hätte, auch noch zubereitet. War ich froh zu wissen, dass wir noch einen zünftigen Dessert auf der Seite hatten.

Nach dem Essen hat Robert die Gruppe aufgeteilt. Die einen, die mit der Bemalung schon fertig waren, haben den Segler lackiert und anschliessend noch mal geschliffen, die anderen malten noch fertig. Eine Gruppe kam zu mir an den Simulator und konnte dort versuchen eine Piper zu fliegen. Und ein Teil der Gruppe konnte bei Dani und Robert gleich im Lehrer-Schüler Betrieb die ersten Versuche starten, ein ferngesteuertes Flugmodell auf Kurs zu halten. Wie mir Dani und Röbi später anvertrauten, standen sie beide doch zeitweilig unter einem gewissen Stress, um die Schulflieger wieder heil runter zu bringen.

Die Zeit verstrich sprichwörtlich im Fluge. Um ca. 15 Uhr sassen wir gemütlich noch mal zusammen am Tisch und nahmen das Dessert ein. Komischerweise wurde auch dieser in so kurzer Zeit alle gemacht, dass Robert noch richtig um den letzten Muffin kämpfen musste. Und wohlgemerkt, meine Frau hat mehr gemacht, als TeilnehmerInnen anwesend waren.

Nun ging es in die letzte Runde. Der Erstflug war angesagt. Nachdem alle Wurfgleiter einsatzbereit waren, habe ich in die Runde gefragt, wer denn wisse wie man einen Speer wirft. Was mich nicht verwunderte, denn alle bejahten und nickten mit den Köpfen oder hielten eine Hand in die Höhe. Ich meinte nur: "Sehr gut, dann wissen ja alle, wie man es nicht machen sollte." Nach einer kurzen Einschulung, bei der auch nach fast einem ganzen Tag immer noch die volle Konzentration da war, warf dann jede/r den Super Gleiter 890 ganz leicht gegen den Wind, der leider am Freitag ein bisschen böig war. Da war von steilen Steigflügen zu wirklich leicht in den Wind abgegeben Seglern bis zu Stecklandungen alles zu sehen. Aber geflogen sind sie schlussendlich alle. Und da waren nicht nur die Schüler sichtlich stolz. Pünktlich um 16 Uhr haben wir die Schüler wieder zum Schulhaus Feld zurückgebracht.

Auch uns Leiter hat dieser Basteltag richtig Spass gemacht. Und eines sei an dieser Stelle noch gesagt. Es geht runter wie Oel, wenn die Kinder bei der Verabschiedung sagen: "Das war bis jetzt der kurzweiligste Ferienpasstag."

Mir hat es wieder einmal mehr gezeigt, dass so ein Erlebnistag halt doch etwas Besonderes ist. Und wie heisst es so schön: Jugendförderung fängt bei den kleinen an. Ich freue mich schon auf den nächsten Ferienpasstag wo es wieder heisst: "Wir bauen ein Segelflugzeug"

Mirco Pizzeghello
 

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