Sonntagmorgen 9. März 2008. Das Telefon klingelt. Mirco ist dran und beschreibt mir seine neueste Entdeckung in Sachen Futaba T12FG. Erstaunt teilt er mir mit, dass seine neue T12FG im Haus durch die Wand hindurch immer noch problemlos funktioniert und dies auch noch einen Stock höher.
Ist doch die weit vertretene Meinung die, dass ein 2.4GHz-System bei Abschattung durch Wände, Bäume, Personen usw. grosse Probleme haben würde.
Durch diesen kleinen Reichweitentest kamen wir auf nun die Idee, die echten und realen Reichweiten unserer Fernsteuerungen in der Natur zu ermitteln.
Test 1:
TM14-FASST-Empfänger im CFK-Rumpf, Empfängerantennen nicht nach aussen geführt und parallel ausgelegt (also keine Diversityfunktion) und CFK-Haube verschlossen, Modell im Keller.
Resultat:
Reichweite im Haus: Im 1.Stock funktionert das System einwandfrei ohne merkbare Verzögerungen, durch 2 armierte Betondecken hindurch. Ab dem 2. Stock gehts nicht mehr.
Test 2:
TM14-FASST-Empfänger im CFK-Rumpf, Empfängerantennen nach aussen geführt (siehe Bild 4) und CFK-Haube verschlossen, Modell im Keller.
Resultat:
Reichweite im Haus: Nun funktionert das System auch noch im 2. Stock einwandfrei ohne merkbare Verzögerungen
Ok zugegeben - dieser Test ist für den Normalbetrieb nicht ausschlaggebend, aber ist irgendwie beruhigend. Andererseits hätte mich was anderes auch gewundert, da ja mein 2.4GHz-WLAN im Haus auch problemlos funktionert.
Nun aber zum Reichweitentest in freier Natur.
Test 1:
Die Empfangsanlage von Mirco mit Doppelstromversorgung via Deutschweiche und 2 Servos wird in ca. 1.5m Höhe am Sicherheitsnetz unseres Flugplatzes aufgehängt.
Mirco's Empfangsanlage hängt am Netz. (Bild 1)
Nun fahren wir mit dem Auto soweit weg, bis der Empfang nicht mehr funtioniert.
Resultat:
In der Ebene hatten wir über 1600m vollen Empfang, und dies obwohl die Sicht zwischen der Empfangsanlage und dem Sender durch unebenes Gelände und mehrere Baumreihen (Windschutz) behindert wird.
Auch sehen wir von hier aus den Flugplatz, geschweige denn die aufgehängte Empfangsanlage nicht mehr, da u.a. ein paar kleinere Hütten die Sicht versperren.
Nicht verschweigen möchte ich folgendes: In einer Distanz von ca. 600m fuhren wir hinter einem Bauerhof vorbei. Zu diesem Zeitpunkt war der Empfang gestört - sprich tote Hose.
Aber solange kein Gebäude zwischen dem Sender und Empfänger war, funktionerte der Empfang problemlos.
Blick vom 1600m entfernten Standort in Richtung Flugplatz. (Bild 2)
Test 2:
Zusätzlich zur oben beschriebenen Empfangsanlage von Mirco wird nun auch der Empfang in meinem Segler mit CFK-Rumpf und CFK-Haube getestet.
Horizontal abstehende Empfängerantennen. (Bild 4)
Diesmal fahren wir aber nach Oberegg.
Ein Standpunkt, der über 3800m entfernt und 650m höher liegt.
Bekannt auch durch die Multipanoszenerie "Marbaregg" für den Aerofly Prof. Deluxe.
Blick vom Flugplatz des MFV-Marbach in Richtung Oberegg. (Bild 5)
Während der Fahrt überprüfen wir immer wieder den Empfang.
Resultat: solange rein theoretisch eine Sichtverbindung zum Fluggelände besteht, ist auch der Empfang gewährleistet. Und dies auch wenn die Sicht im Wald durch zahllose Bäume verdeckt ist.
Resultat:
In Oberegg erhalten wir dann die befriedigende Erkenntnis, dass der Empfang beider Anlagen immer noch funktioniert.
Ha, da hat der Pizz gut lachen. Reichweitentest bestanden. (Bild 6)
Blick vom Startplatz Oberegg in Richtung Fluggelände des MFV-Marbach. (Bild 7)
SBei meiner Selger-Konfiguration gab es jedoch einen Unterschied:
Ein ein Vereinskollege nimmt den Seglerrumpf in die Hand und dreht sich langsam einmal um die eigene Achse.
Dabei stellen wir folgendes fest: wenn die Empfängerantennen horizontal herausschauen (Bild 4), kommt es in kleinen Bereichen zu Empfangsstörungen.
Zeigen die Antennenstummel jedoch nach oben und nach unten (Bild 9), funktioniert der Empfang bei allen Drehpositionen wieder problemlos und ohne Verzögerungen - dies bei einer Entfernung von 3800m !!! Wow.
Antennenstummel noch oben und nach unten.
Keine Empfangsprobleme auch bei einer Distanz von über 3800m. (Bild 9)
Es ist uns schon klar, dass das Aufhängen der Empfangsanlage am Sicherheitsnetz nicht wirklich repräsentativ ist. Um diesbezüglich der Bodenreichweite eine klare Aussage machen zu können, muss die Anlage im Modell eingebaut sein und beim Testen sollte das Modell in alle möglichen Positionen gebracht werden.
Aber bei diesen Tests ging es uns in erster Linie um unser subjektives Sicherheitsgefühl, dass mit diesen Resultaten sicher bestätigt ist. Weitere Tests mit eingebauter Empfangsanlage werden folgen.
Vielen Dank an Christian und Manuel für ihre Mithilfe.
Gruss Robert




