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| 14. Juni 2009: Fiss Schönjöchl - Hangfliegen auf 2500 m ü.M. |
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, gings am Sonntagmorgen in Richtung Tirol, bzw. Fiss los. Hurtig Flieger, Frau und Carbon - äh Sorro ins Auto gepackt und zusammen mit Biggi, Silvan und Michael gabs auf dem Arlberg schon die erste Stärkung in Form von einem kleinen Frühstück. Dann weiter um die Ecke bei Landeck und schon erreichten wir Fiss bei strahlend schönem Wetter, bzw. gemäss Radio Ö3 hätte es eigentlich so sein sollen. Aber so wie es aussah, pfeift man scheinbar im Tirol auf den Wiener Radiosender, bzw. deren Wetterfrösche. Der erste Blick gen Himmel verhiess nämlich nicht wirklich das Gelbe vom Ei: viele Wolken und derer einige wirkten bedrohlich dunkel... Aber was solls. Nun waren wir da, also schnell den Fliegerrucksack gepackt, Schönjochbahnticket gelöst und schon gings mit der Gondel rauf zum Schönjöchl auf 2500 m über Meer. Tja, Petrus muss unser Kommen bemerkt haben, denn während wir mit der Bahn dem Gipfel immer näher kamen, lösten sich die dunklen Wolken in Wohlgefallen auf und ein strahlend blauer Himmel empfing uns zusammen mit Live-Musik - es war ja Vatertag - bei der Bergstation.
Endlich oben am Startplatz angekommen (tja, für uns Flachländer macht sich die dünne Luft halt doch schnell bemerkbar...) waren schon ein paar Modellsegelflugkollegen am Vespern. Und wie es so sein muss - gerade hatte der Wind abgestellt. Nix geht mehr. Is ja klar - supi.
Also nehmen auch wir den Landjäger aus dem Rucksack und lassen es uns bei dem atemberaubenden Panorama schmecken. Doch lange müssen wir nicht warten und schon setzt eine Thermiksession ein, welche einen gerade gestarteten Blizzard so schnell nach oben beschleunigen lässt, als ob der Hotliner mit eingeschaltenem Motor fliegen würde.
Das ist mein Startkommando. Nix wir raus, wir sind schliesslich zum Fliegen da. Thermik XXL klar machen und laufä lassä. Und was soll ich sagen - besser nix - ein Video sagt mehr als tausend Worte - ausser dass es wahrscheinlich der bisher geilste Flug mit meinem grossen Gelben war. Die Bedinungen waren traumhaft. "Sinnlose" von hinten, links und rechts - Hangflugpilot, was willst du mehr?
Hiermit möchte ich mich einerseits bei Michael fürs Filmen bedanken (dies wäre auch deine Zeit gewesen) und andererseits bei den Kollegen aus dem Raume Heidelberg, welche mir alleine den Hang zum Schruppen überliessen. Na ja, Zuschauen kann auch Spass machen...
Die merklich dünne Luft liess meinen Thermik XXL auf ungeahnte Geschwindigkeiten katapultieren.
Auf 2500 m fliegt einfach alles ein bisschen schneller.Die ersten 2 "Sinnlosen von hinten" gingen von ca. 150m Höhe aus, dann 300-400m runter ins Tal, hochziehen und wieder rauf auf locker 50-80m, dann in den nächsten Schlauch und zack war der dritte Abstieg "von hinten" angesagt. Diemal höher, schätze mal aus ca. 300m Höhe. Wieder mit Vollspeed an der Hangkante vorbei geschossen und dann kam das was Michael auf dem Video mit "hätt müssa cho" treffend bemerkte: mein grosser Gelber lernte das Flattern - trotz Voll-CFK Ausführung. Tja, das war dann wohl doch etwas zuviel des Guten. Nach einer Schrecksekunde kurz am Höhenruder gezogen und der Speed war raus und das Flattern Gott sei Dank auch.
Also runter und Landen. Dann die nächste Überraschung: während dem Landeanflug hatte der Wind still und heimlich und zudem noch von mir unbemerkt die Richtung um 180°gedreht. Nein, sowas tut man einfach nicht. Kurz vor dem Aufsetzen schmierte mir der Segler ab und nur dank meines schnellen Fingers am Motorschalter konnte der Segler in 3m Höhe nochmals gerettet werden. Gut, wenn man etwas Power unter der Haube hat. Hätte noch gefehlt, wenn mein Flattermaxe auch noch von hinten gepackt werden würde... Also wieder rauf und von der anderen Seite rein. Na ja, auch die war dann nicht die beste meiner Landungen.
Nach dieser Flatteraktion werde ich mir den Thermik XXL mal etwas näher zu Gemüte führen. Sollte mein Thermikschleicher wohl gespürt haben, dass er am Hang bald durch eine echte Hangmaschine ausgewechselt wird?
(Ich sage nur Daniel Lesky, PACE Competition, 490cm und VollCFK...)Michael hingegen kam leider nicht seinem ersehnten Flug mit dem neuen Vikos. Komischerweise waren nach meinem Höllenritt die Bedingungen sehr wechselhaft. Einmal gings rauf, einen Moment später schon wieder starkes Saufen und zudem drehte der Wind wie Captain Jack Sparrow's Kompass. Mal kam der Wind von vorne, Minuten später wieder von hinten oder voll von der Seite. Komisch - so hatte ich den Schönjöchl noch nie erlebt. Zu guter Letzt kam plötzlich wie aus dem Nichts eine echt hammermässige Windhose, packte u.a. meinen Tragrucksack, hob ihn und setzte ihn ein paar Meter weiter wird ab. Dummerweise waren unter dem Gestell meine Flächenschutztaschen, welche nun munter von dem kleinen Minitornado weggetragen wurden. Eine der Taschen landete im Speicherbecken, welche von Rainer, einem mutigen Kollegen aus unserem nördlichen Nachbarland geborgen wurde und eine andere silberfarbene Hülle wurde von einem Hammerschlauch erfasst und in die Höhe verfrachtet. Das Teil ging rauf wie Schmitz' Katze. Tobias, bekannt aus dem RC-Netwok-Forum, erkannte die Zeichen der Zeit und begleitete die Tasche mit seinem Victor auf schwindelige Höhen. Knapp unter 1000m verliess er den Schlauch...
- meine Flächenschutztasche blieb oben...
Bei so welchselhaften Bedingungen ist ein E-Motor einfach ne tolle Sache. Mit E-Thermik kommt man immer zum Fliegen. Darum wird auch mein Neuer einen Schwirbler haben. Wichtig ist nur, dass das Steigen vom Segler höher ist, als das vermeintliche Absaufen. Bringt die Motorisierung z.B. nur 3 m/s Steigen, dann nützt alles nix, wenn man mit 6 m/s absäuft. Auch solche Abstiege konnte man hier oben ab und an wieder beobachten.
Irgendwann ist immer Schluss und nachdem wir später unser Flugmaterial wieder im Auto verstaut hatten, gings nochmals rauf zur Startstelle vom Fisser Flitzer. Oben angekommen wollten wir eigentlich den Fisser Flieger ausprobieren. Leider war dieser zu der Zeit nicht verfügbar und so kam auch diesmal Michael nicht zum ersehnten Flug. Hmm, heute war wohl wahrlich nicht sein Tag in Sachen Fliegen.
Also runter auf der Rodelbahn bis zur Talstation. Dort genehmigten wir uns noch ein Eis und bald darauf gings heimwärts. In Stuben legten wir noch zwecks Stärkung und Hundebrünzelstopp einen Halt ein und liessen bei Sonnenuntergang und feinen Tiroler Hirtenspätzle den schönen Sonntag ausklingen. Auch wenn Michael nicht zum Fliegen kam, war es doch ein erlebnisreicher und interessanter Tag gewesen. Sicher nicht der Letzte in Fiss auf dem Schönjöchl...
Gruss Robert




