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Flugmuseum von Werner Schmitter

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Flugmuseum von Werner Schmitter
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Auf der Suche nach Flugzeugwracks

Die Geschichte über den Zweiten Weltkrieg hat Werner Schmitter immer schon fasziniert. Nicht etwa weil er ein Kriegsverehrer ist. Er wollte einfach etwas von dieser Geschichte besitzen. In seinem kleinen Privatmuseum findet man heute viele Raritäten und längst vergessene Schätze.

Wenn der Widnauer Werner Schmitter über sein Hobby zu erzählen beginnt, ist seine Begeisterung kaum zu übersehen.
Noch bis 1986 galt seine Leidenschaft dem Modellfliegen. Bereits als kleiner Bub hätte ihn die Fliegerei interessiert. Als ihm eines Tages ein Bekannter erzählte, dass im Tschappinatal bei Klosters ein Wrack eines B17-Bombers liege, habe er im ersten Moment dies kaum glauben können. Er wollte dies unbedingt mit eigenen Augen sehen. «Ich dachte, dass wir mit einer Taschenlampe durch den Rumpf laufen können», erinnert sich Schmitter. Doch dies war nicht möglich, denn das Flugzeug lag zerschellt im Tal. Von dort habe er seine erste Trophäen, den oberen und vorderen Drehturm, mitgenommen. Was ihn aber noch mehr interessierte, war die Geschichte rund um das Flugzeug. So erfuhr er, dass der Bomber am 12. Juli 1944 abstürzte. «Weil er in 2400 Meter Höhe lag, wurde er nie geborgen», erklärt Schmitter. Die Geschichte über den B17-Bomber fülle heute einen ganzen Ordner. In rund 30 weiteren Ordnern seien rund 245 Abstürze aus der ganzen Schweiz, teilweise mit Fotos, dokumentiert. Eine grosse Leidenschaft von Schmitter sind auch alte Fotos von gestrandeten Flugzeugen. «Meistens werden solche Bilder weggeschmissen», sagt Schmitter. «Damit wird eine ganze Geschichte weggeworfen.»

Bis heute viele Wracks nicht gefunden

«Wenn es dieses eine Wrack gibt, dann muss es sicher noch andere geben», dachte sich Werner Schmitter und wurde von einer Leidenschaft gepackt, die heute den grössten Teil seiner Freizeit beansprucht. «Ich erfuhr, dass bis heute noch rund 10 000 Flieger der US-Alliierten in Europa nicht gefunden wurden», erklärt Schmitter. So machte er sich selber auf die Suche und besuchte bekannte Absturzstellen, wo er immer einige Teile mit nach- hause nahm. «In Graubünden gibt es sechs Absturzstellen, im Kanton St. Gallen zwei und im Tessin ebenfalls zwei», weiss Schmitter. Bei der letzten grossen Bergung habe man aus dem Greifensee einen ganzen Sternmotor rausgeholt. «Manchmal ist sogar die Besatzung noch im Wrack.» Die Geschichten um die abgestürzten Flugzeuge seien mit viel Tragik verbunden. «Meisten waren es ganz junge Leute, zwischen 18 und 21 Jahre alt», weiss Schmitter. Aus dem Bodensee habe man bis heute bereits 52 Schiebehauben der FW 190 herausgefischt. «Und es liegt noch einiges auf dem Bodenseegrund», erzählt Schmitter.

Auch Kleider erzählen eine Geschichte

Bei der Führung durch das private Museum kommt der Besucher kaum aus dem Staunen heraus. Werner Schmitter sammelt nämlich nicht nur Teile von Flugzeugwracks, sondern alles, was zu dieser Zeit gehört. Die Schaufensterpuppen mit amerikanischen, englischen oder deutschen Uniformen stehen nicht einfach da, sondern erzählen irgendwie ihre Geschichte. Ja sogar die Utensilien wie Unterhosen, Kaugummi, Flohpulver, Zigaretten, Rasierklingen und Schmuck findet man zur entsprechenden Figur. Navigationsbesteck mit fluoreszierender Karte, Sauerstoffflaschen, die in 9 000 Meter Höhe überlebenswichtig waren, Originalkarten von der amerikanischen Luftwaffe, oder Originalfotos mit Luftaufnahmen von Angriffen sind nur einige wenige Schätze, die Schmitter mit anderen Sammlern tauscht und selber restauriert. «Die Luftaufnahmen sind heute zum Beispiel eine grosse Hilfe bei der Suche nach Blindgängern», erklärt Schmitter. 
Viel Arbeit wartet aber noch auf den leidenschaftlichen Sammler. Er möchte nämlich seine Figuren in realistischer Umgebung darstellen. So wartet in einer Kiste eine komplette US-Funkanlage. «Diese werde ich zusammensetzten und dann den passend angezogenen Funker in der entsprechenden Position dazusetzen», sagt Schmitter. Auf die Frage, wann er denn damit fertig sein wird, antwortet Schmitter: «Vermutlich nie.»

rva 29.01.2003 / von Susi Miara